Willkommen auf dem Blog von Monatszahler.com
Warum eine Webseite und ein Blog, der sich ausschliesslich mit Investments beschäftigt, die mindestens monatliche Cashflows generieren? Für mich liegt der besondere Reiz darin, ein regelmässiges, planbares und möglichst passives Einkommen aufzubauen.
Bevor ich jedoch auf die Einnahmenseite eingehe, beginne ich bewusst bei den Ausgaben. Lange Zeit lag mein Fokus genau dort. Während gewisse Kosten jeden Monat relativ konstant anfallen – etwa Miete oder Lebensmittel – gibt es viele Ausgaben, die unregelmässig auftreten: die jährliche Steuerrechnung, Ferien, Versicherungen oder grössere Anschaffungen wie ein Auto. Das führt dazu, dass die monatlichen Ausgaben stark schwanken und oft kein klarer Überblick über die tatsächlichen Jahreskosten besteht.
Mein Ziel war es daher, diese Ausgaben zu glätten. Ich habe ein Budget erstellt und lege jeden Monat für alle relevanten Kategorien Geld zur Seite. Nehmen wir als Beispiel die Steuerrechnung: Diese lässt sich in der Regel recht gut abschätzen. Entsprechend wird jeden Monat ein Zwölftel zurückgelegt. Wenn die Rechnung dann eintrifft, ist das Geld bereits vorhanden – ohne Stress und ohne kurzfristige Liquiditätsprobleme.
Nachdem die Ausgabenseite strukturiert war, lag der nächste Schritt nahe: auch die Einkommensseite planbarer zu gestalten. Neben meinem fixen Einkommen aus einer Festanstellung wollte ich zusätzliche, passive Einkommensquellen aufbauen – idealerweise im gleichen monatlichen Rhythmus wie meine Budgetplanung.
Auch wenn häufige Ausschüttungen auf den ersten Blick sehr attraktiv wirken und sowohl psychologische als auch praktische Vorteile bieten, ist diese Strategie nicht für jeden Anleger optimal. Im Folgenden beleuchte ich daher beide Seiten der Medaille.
Die Vorteile häufiger und regelmässiger Cashflows
Die psychologische Kraft regelmässiger Zahlungen
Regelmässige Auszahlungen schaffen ein unmittelbares Erfolgserlebnis. Monatliche Cashflows machen den Fortschritt sichtbar und messbar und stärken die emotionale Bindung zum eigenen Portfolio. Das Gefühl eines planbaren, wiederkehrenden Einkommens vermittelt für viele Anleger eine zusätzliche Form von finanzieller Sicherheit – selbst dann, wenn der Gesamtwert des Portfolios schwankt.
Praktische Vorteile im Alltag
Ein kontinuierlicher Geldzufluss ohne den Verkauf von Assets erhöht die Liquidität. Gerade für Rentner oder Personen, die tatsächlich laufende Einnahmen benötigen, kann dies entscheidend sein, um Lebenshaltungskosten zu decken. Auch für die persönliche Finanzplanung ist ein regelmässiger Cashflow von Vorteil: Budgetierung und Cashflow-Management werden einfacher und verlässlicher.
Wichtige Überlegungen und potenzielle Nachteile
Rendite ist nicht gleich Rendite
Hohe Ausschüttungsrenditen wirken verlockend, können jedoch eine Yield Trap darstellen. In manchen Fällen deuten sie auf strukturelle Probleme eines Unternehmens hin. Teilweise erfolgen Ausschüttungen sogar aus der Substanz statt aus erwirtschafteten Erträgen – ein langfristig riskantes Modell. Ein starker Fokus auf Ausschüttungen kann zudem davon ablenken, die entscheidende Kennzahl im Blick zu behalten: den Total Return, nicht nur das laufende Einkommen.
Eingeschränktes Anlageuniversum
Die Konzentration auf regelmässige Cashflows reduziert die Auswahl an möglichen Investments erheblich. Häufig ballen sich solche Anlagen in bestimmten Branchen oder Regionen, was zu einer unerwünschten Sektoren- oder Ländergewichtung führen kann. Zudem investieren stark ausschüttende Unternehmen naturgemäss weniger in ihr eigenes Wachstum – mögliche Kursgewinne bleiben damit aus.
Zusätzlicher organisatorischer Aufwand
Viele monatliche Zahlungen bedeuten auch mehr Verwaltungsaufwand. Reinvestitionen können Transaktionskosten verursachen, und spezialisierte Cashflow-Produkte wie Intervallfonds oder geschlossene Vehikel sind oft teurer als klassische ETFs. Diese laufenden Kosten wirken über die Jahre renditemindernd.
Risiken bleiben bestehen
Regelmässige Ausschüttungen sind kein Garant für Sicherheit. Dividenden und Zinsen können gekürzt oder ausgesetzt werden. Gerade bei REITs und Anleihen wirken steigende Zinsen oft belastend auf die Kurse. Die wahrgenommene Stabilität kann daher trügerisch sein.
Für wen eignet sich diese Strategie?
Geeignete Anlegerprofile
Diese Strategie eignet sich besonders für Anleger, die tatsächlich laufendes Einkommen benötigen, etwa Rentner oder Personen in der Entnahmephase. Auch konservative Investoren, die Planbarkeit höher gewichten als maximales Wachstum, können davon profitieren – vorausgesetzt, sie verstehen die Unterschiede und Risiken der jeweiligen Cashflow-Quellen.
Weniger passende Situationen
Für junge Anleger in der Aufbauphase oder Investoren ohne realen Einkommensbedarf sind ausschüttungsfokussierte Strategien oft suboptimal. Hier kann der Verzicht auf laufende Cashflows zugunsten von Wachstum langfristig zu einem höheren Vermögensaufbau führen.
Alternative Ansätze und sinnvolle Kompromisse
Die “selbstgemachte Dividende”
Eine flexible Alternative ist die sogenannte selbstgemachte Dividende: Anstatt auf Ausschüttungen zu warten, verkauft man bei Bedarf gezielt Anteile. Dieser Ansatz bietet mehr Kontrolle über Timing und Steuern und ist oft effizienter.
Der Mittelweg
Hybride Strategien kombinieren wachstumsorientierte und ausschüttende Anlagen. Ein Core-Satellite-Ansatz bietet sich an: Der Kern des Portfolios fokussiert sich auf Wachstum, während Satelliten gezielt Cashflows liefern. So lassen sich beide Welten sinnvoll verbinden.
Steuerliche Hinweise
Ich bin kein Steuerexperte und habe dieses Thema daher nicht aufgegriffen. Je nach Land kann es erhebliche Unterschiede geben, ob ausschüttende oder thesaurierende Investments steuerlich günstiger sind. Im Zweifel solltest Du einen lokalen Steuerexperten konsultieren.
Fazit
Häufige und regelmässige Cashflows bieten klare psychologische und praktische Vorteile – sie sind jedoch kein universelles Erfolgsrezept. Die passende Strategie hängt von Deiner Lebensphase, Deinem tatsächlichen Einkommensbedarf, Deiner Steuersituation und Deinen langfristigen Zielen ab. Und nicht zuletzt davon, womit Du Dich wohlfühlst und was Dich langfristig motiviert.
Frage Dich ehrlich, ob Du die Cashflows wirklich benötigst oder vor allem wünschst. Diese Unterscheidung kann über Jahrzehnte einen erheblichen Einfluss auf Dein Vermögen haben. Gutes Investieren bedeutet nicht, der attraktivsten Strategie zu folgen – sondern derjenigen, die nachhaltig zu Dir und Deiner Lebenssituation passt.
